75 Jahre nach dem Ende des Hauptverfahrens des Nürnberger Prozesses wirft die Dokumentation einen Blick auf ein weiteres Verfahren, das Geschichte schrieb.

Videolänge: 43 min

  • homoludens@feddit.de
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    1 year ago

    Ich empfehle auch das Buch “Ganz normale Männer” von Christopher R. Browning. Es räumt mit einigen Mythen auf, und beschreibt sehr eindrücklich was ich nur als “Gesamtabgefucktheit” zusammenfassen kann.

    Es ist krass, wie viel die NS-Zeit Thema sein kann, ohne dass die darin behandelten Themen in der Öffentlichkeit bekannt sind. Und wie wenig diskutiert wird, was das eigentlich mit einer (Nachkriegs-)Gesellschaft macht, wenn die Täter so einen großen Teil der Gesellschaft bilden (ähnlich übrigens bei Themen wie Kriegskindern, Pädagogik nach Johanna Haarer etc.). Um so besser, dass es jetzt solche Dokus gibt.

    • Guildo@feddit.de
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      1 year ago

      Literatur von Johanna Haarer war in der DDR verboten. Das war richtig und wichtig.

    • hillbicks@feddit.deOP
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      1 year ago

      Browning kommt auch in der Doku vor und ja, Gesamtabgefucktheit trifft es sehr gut.

      Und auch sonst volle Zustimmung zu Deinem zweiten Absatz, das ist schon echt alles ziemlich derbe. Auf der anderen Seite kannste halt auch nicht alle nach Kriegsende anklagen die man eigentlich anklagen sollte, dann bricht das ganze System zusammen. Dann lieber in den sauren Apfel beissen und eine von Nazis durchseuchte Polizei, Verwaltung und Politik haben und dafuer ordentlich den Daumen drauf halten. Das wiederum ist ja auch kein Problem was es nur in Deutschland gab, das triftt ja immer zu sobald ein Diktator abgesetzt wird.

      Wenn man dann aber mal ueberlegt wie alt die Leute 1945 so waren und wie lange die dann noch im Polizeidienst waren, dann ist es ueberhaupt nicht verwunderlich das wir immer noch so viel von dem Scheiss Gedankengut auf diesen Positionen und in der Gesellschaft haben.

      • homoludens@feddit.de
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        1 year ago

        Auf der anderen Seite kannste halt auch nicht alle nach Kriegsende anklagen die man eigentlich anklagen sollte, dann bricht das ganze System zusammen.

        Wobei es mir gar nicht so sehr um strafrechtliche Verfolgung ging. Die kann natürlich auch eine wichtige Rolle dabei spielen, Taten als Unrecht zu markieren und Tätern klar zu machen, dass sie eben keine Unschuldslämmer in der NS-Zeit waren.

        Sondern auch einfach darum zu erforschen, was es auf psychologisch oder soziologischer Ebene mit uns als deutscher Gesellschaft gemacht hat, dass wir so viele Menschen in der Gesellschaft hatten, die solch brutale Taten begangen haben. Die sie ideologisch gut fanden, oder die von schlechtem Gewissen geplagt waren, oder die alles versuchten zu verdrängen, oder die so unempathisch waren dass es sie vielleicht gar nicht so dramatisch belastet hat. Und die danach nicht nur im Polizeidienst eine Rolle gespielt haben, sondern überall in unserer Gesellschaft - als Väter, Ehemänner, Lehrer, Handwerksmeister, Vereinsmitglieder, Kollegen, …